Pflegende Angehörige: Abgrenzung und Selbstfürsorge in der Pflege
Warum fällt es pflegenden Angehörigen so schwer, etwas abzugeben und Grenzen zu setzen?
Die Pflege eines Menschen ist eine sehr emotionale und auch intime Angelegenheit. Ein Mensch, der uns sehr nahesteht, braucht plötzlich Hilfe. Wir werden gebraucht! Natürlich ist es dann schwer zuzugeben, wenn man diese Hilfe nicht geben kann.
Wir befinden uns in einer Situation, in dem es einem geliebten Menschen viel schlechter geht wie uns selbst. So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass wir reflexartig unsere eigenen Bedürfnisse zunächst in den Hintergrund stellen. Getreu dem Motto: Es geht doch gerade nicht um mich .
Das stimmt natürlich auch. Doch bei länger andauernder Pflege wird es entscheidend, nicht nur emotional, sondern auch planvoll zu handeln.
Der innere Konflikt: Zwischen Hilfe und eigenen Bedürfnissen
Wie schaffen wir es, uns dem schlechten Gewissen zu entsagen?
Ein häufiges Begleitgefühl bei pflegenden Angehörigen ist das schlechte Gewissen. Ausgelöst durch verschiedene Faktoren wie beispielsweise fehlende Zeit oder die Veränderung der eigenen Gefühle zu dem Betroffenen. Vielleicht fühlen wir uns auch verantwortlich für die immer schlechter werdende Lebenssituation des Betroffenen. Am Ende ist das schlechte Gewissen nichts anderes als Schuldgefühle. Doch Schuld trifft die wenigsten Angehörigen.
Wenn wir uns mal ganz bewusst damit auseinandersetzen und versuchen zu analysieren, worauf dieses Gefühl beruht, werden wir vermutlich feststellen, dass es nicht gerechtfertigt ist.
Ein Vorschlag wäre, sich eine kleine Liste machen, auf der man festhält, was man alles für die anderen einbringt und was man für sich selbst tut. Vermutlich überwiegt der erste Teil der Liste haushoch und wir können davon ausgehen, dass wir alles tun, was irgendwie möglich ist.
Warum klare Grenzen setzen so wichtig ist
Dann, wenn die Belastung zu groß wird und der Druck von außen zu nimmt. Laut einer EU Studie werden 25 % der alten Menschen zuhause schlecht versorgt, sogar misshandelt. Schlechte Pflege gibt es also demzufolge auch zuhause. Und es zeigt doch, wie wichtig es ist, dass wir rechtzeitig Grenzen ziehen.











