Sogenannte 24-h Pflege
Hilfe bei der Pflege durch osteuropäische Pflegehilfskräfte
Wer möglichst lange oder für immer zuhause bleiben möchte, aber auf Hilfe im Alltag angewiesen ist, kommt schnell auf die Lösung in Form einer Pflegekraft, die mit im Haus lebt. Die wenigsten Pflegebedürftigen können sich eine deutsche Pflegekraft leisten. Ganz abgesehen davon, dass diese Fachkräfte auf dem Markt kaum zu finden sind. So greifen mittlerweile über 300.000 Pflegebedürftige auf diese Form der Pflege zuhause zurück.
Wie funktioniert die sogenannte 24 h Pflege?
Die Pflegehilfskräfte aus Osteuropa sorgen für den Pflegebedürften, kümmern sich um den Haushalt, kochen und helfen beim Anziehen bzw. beim Essen. Für die Familien und die Pflegebedürftigen stellen sie somit eine echte Alternative zum Heimaufenthalt dar.
Wichtig zu wissen: Sie werden allerdings nur 24 h genannt. Aber sie arbeiten natürlich nur 8 Stunden am Tag und haben eine 5-Tage-Woche. Die Hilfskräfte bringen keine pflegerische Ausbildung mit. Sind pflegerische Tätigkeiten notwendig, muss noch zusätzlich der ambulante Pflegedienst eingeplant werden.
Was kostet eine osteuropäische Pflegehilfskraft?
Vermittlung durch eine Agentur – das sogenannte Entsendemodell
Der Pflegedürftige schließt einen Vertrag mit einer deutschen Vermittlungsagentur, die wiederum einen Vertrag mit einer Agentur aus dem Entsendeland hat. Angestellt ist die Pflegehilfskraft bei der Agentur aus ihrem Land. Die Kosten liegen hierfür zwischen 2500 und 3000 Euro im Monat (Stand 2023)
Vermittlung durch die zentrale Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit in Bonn.
Der Pflegebedürftige muss zunächst nachweisen, dass er Pflegebedarf hat und gibt dann eine Stellenanzeige auf. Er ist Arbeitgeber und muss sich somit nach dem deutschen Arbeitsrecht richten. Das bedeutet Lohnfortzahlung bei Urlaub, Krankheit sowie Arbeitszeitenregelung und Beachtung des Mindestlohngesetzes. Der Bruttolohn für eine 38,5 Stunden-Woche liegt 2018 zwischen 1.663 € und 1.933 € monatlich und ist abhängig von dem jeweiligen Tariflohn des Bundeslandes.
Hinzu kommen noch die Arbeitgeberbeiträge zu Sozialabgaben, Kost und Logis.
Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Pflegekasse?
Die Finanzierung durch die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur zum Teil möglich, denn die Hilfskraft kann nicht über die zur Verfügung stehenden Sachleistungen finanziert werden. Der Grund dafür ist, dass sie nicht über einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI in Deutschland verfügt.
Der Pflegebedürftige kann demzufolge nur das Pflegegeld in Höhe des jeweiligen Pflegegrad einsetzen. Zusätzlich kann die Verhinderungspflege in Höhe von 1612 Euro im Jahr in Anspruch genommen
Sollten Sie die Kurzzeitpflege in dem Jahr nicht genutzt haben, können Sie die Hälfte davon für die Verhinderungspflege einsetzen. Die restlichen Kosten müssen selbst getragen werden.
Auf was Sie achten sollten:
- Eine seriöse Agentur wird die Räumlichkeiten vor Ort besichtigen und die aktuelle Betreuungssituation sowie den Bedarf genau erfassen. Das gleiche gilt für die Arbeits- und Wohnsituation der Betreuungskraft.
- Daraufhin erfolgen seitens der Agentur standardisierte Personalvorschläge, die zu der Betreuungssituation passen.
- Eine regelmäßige Unterstützung nach der Vermittlung sowie die wichtige Kommunikation mit der Familie sind entscheidend für ein gutes Gelingen.
- Die Stiftung Warentest hat 13 Agenturen getestet und empfiehlt darauf zu achten, wie der Ablauf ist und welchen Partner im Ausland die Agenturen haben. Woher kommen die vermittelten Hilfskräfte? Gibt es eine aussagekräftige Beschreibung zum Ablauf einer Vermittlung?
- Werden arbeitsrechtliche Mindeststandards eingehalten? Liegt eine A1-Bescheinigung vor?
- Fragen Sie nach den monatlichen Gesamtkosten. Gibt es zusätzliche Kosten wie z. B. Fahrkosten.
Die Stiftung Warentest hat im Jahr 2017 insgesamt 13 Agenturen getestet und kam zu dem Ergebnis, dass die Informationen an die Kunden häufig sehr lückenhaft sind.
Die Kunden werden kaum oder unvollständig, oftmals auch falsch informiert zu den Arbeitszeiten und Mindestlohn.
Der Beschäftigungs- und Versicherungsstatus des vermittelten Personals bleibt meist im Dunkeln. Kaum ein Kunde weiß über
die A1-Bescheinigung Bescheid.
Es fehlen Hinweise zu Mindestanforderung an Verpflegung und Ausstattung.
Wie finde ich eine gute Agentur?
Empfehlungen wollen wir an dieser Stelle nicht geben. Selbst die Stiftung Warentest hat keine Prüfnoten vergeben, sondern nur das Ergebnis ihrer Untersuchung bekannt gegeben.
Ein seriösen Partner sieht sich nicht als reiner Vermittler, sonder auch als Berater für den individuellen Pflegebedarf. Gemeinsam mit deren ausländischen Partneragentur sind sie um Qualität bemüht und haben standardisierte Abläufe.











